
Der ADFC Odenwaldkreis und der SPD Ortsverein Mossautal veranstalteten am Samstagnachmittag eine gemeinsame Fahrradfahrt, um sich über Zustand der Radwege und Zukunft des Radverkehrs in Mossautal auszutauschen. Unter den sechzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich mit Gitti Zeller-Jäpel, Daniel Weber und Dorothea Daum drei Vorstandsmitglieder des ADFC Odenwaldkreis, die ihre Expertise und Erfahrungen bereitwillig mit der SPD Mossautal teilten. Doch nicht nur Mitglieder der beiden Vereine nahmen teil, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Bürgermeister Andreas Mutschke. Dass gerade dessen Teilnahme als positives Signal zu werten sei, betonte in seiner Begrüßung der Vorsitzende der SPD Mossautal Malte Feldmann, denn: „Der Ausbau des Radwegenetzes steht und fällt mit den politisch Verantwortlichen.“ So sei es ein Leichtes, in Zeiten der allgemeinen kommunalen Finanznot die Fahrradpolitik unter „ferner liefen“ zu kategorisieren und links liegen zu lassen. Umso erfreulicher sei es, dass das bereits lang und häufig diskutierte Thema des Fahrradwegs zwischen Hüttenthal und Unter-Mossau ein weiteres Mal angegangen und nunmehr nach finanzierbaren und pragmatischen Lösungen gesucht werde. Dies begrüßten auch die Vorstandsmitglieder des ADFC Odenwalds, die sich über die Kontaktaufnahme und die Idee einer gemeinsamen Fahrradfahrt seitens der SPD Mossautal sichtlich erfreut zeigten und eine vergleichbare Fahrradfahrt gerne auch weiteren Gemeinden und Städten im Odenwaldkreis anbieten.
Nach individuell gestalteter Anfahrt startete die gemeinsame Fahrradfahrt mit Kaffee und Kuchen im Hofcafé im Griene in Hiltersklingen, führte über Schmelz und Molkerei an einen seit langem als verbesserungswürdig bekannten Punkt des Mossautaler Radwegenetzes zwischen Hüttenthal und Unter-Mossau und klang gemütlich aus bei Speis und Trank im Gasthaus Schmucker in Ober-Mossau. Als kompetenter Tourenleiter erwies sich Herbert Krämer, der an geeigneten Zwischenstopps sein großes Wissen zur reichen Historie der Gemeinde teilte. Hierbei zeigte sich immer wieder, dass die Geschichte Mossautals über Jahrhunderte hinweg nicht nur von Landwirtschaft, sondern auch von Bergbau und dem produzierenden Gewerbe und der Industrie geprägt war. Dies werde nicht nur an Ortsbezeichnungen wie der Schmelz deutlich, sondern auch an Ausgrabungen und Bodenfunden, von denen Krämer kompetent zu berichten wusste.
Hauptaugenmerk der gemeinsamen Fahrradfahrt war die für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eindeutig verbesserungswürdige Verbindung auf der L 3260 zwischen den Ortsteilen Hüttenthal und Unter-Mossau. Zwar schon viele Jahre diskutiert und Gegenstand zahlreicher Beschlüsse, scheint sich nunmehr zumindest eine Zwischenlösung aufzutun. Wie der Bürgermeister Andreas Mutschke berichtete, seien hierzu bereits erste Vorgespräche erfolgt. Den politischen Gremien der Gemeinde könne er bald über eine von ihm ins Auge gefasste, sogenannte „kleine Lösung“ entscheiden lassen. Diese sieht eine Umgehung des problematischen Teilabschnitts der L 3260 über Forst- und Waldwege vor, die nördlich von Hüttenthal unterhalb der Kläranlage über den Mossaubach einen Steilweg hinauf und wieder zurück zur Ortsstraße führt.

Diese „kleine Lösung“ wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sogleich in einem Praxistest ausprobiert. Zwar müsse durch etwa eine Aufbringung einer Kiesschicht noch etwas an der Bodenbeschaffenheit verändert werden, aber zumindest die Steigung wurde vom Teilnehmerkreis, die nicht alle nur mit E-Fahrrädern unterwegs waren, als zwar anstrengend, aber in jedem Falle durchaus machbar wahrgenommen. Hilfreiche Tipps und Hinweise seitens des ADFC wurden vor allem zum Untergrund und der richtigen Körnung gegeben. Auch wurde über Alternativvorschläge, wie etwa eine andere Wegführung oder die Organisation von Bicibus-Kolonnen zu Kita- und Schulzeiten, ausführlich gesprochen. Am liebsten wäre allen Teilnehmern natürlich weiterhin eine „große Lösung“, doch, so waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende alle einig, könne ja die „kleine Lösung“ zumindest als Übergangslösung versucht werden, ohne die „große Lösung“ gänzlich aus dem Auge zu verlieren.
Wie die politischen Gremien diese bald anstehende Frage aber schlussendlich entscheiden werden, bleibt abzuwarten.


